Große Feiern erscheinen seltsam in diesen Pandemiezeiten, aber die Hochzeit zu Kana muss ein rauschendes Fest gewesen sein: 600 Liter Wasser macht Jesus da mal eben zu Wein. Doch es geht nur vordergründig um das Wunder und vielmehr um die Tiefendimension dieses Zeichens, das da am Beginn des Johannesevangeliums am Horizont aufblitzt, ohne gleich alles zu offenbaren.
Im Johannesevangelium startet Jesus seine öffentliche Karriere mit einem Wunder, bei dem er etwa 600 Liter Wasser in Wein verwandelt. Doch der Text deutet an, dass es hier nicht nur um das Wunder an sich geht, sondern dass dieses Zeichen eine tiefere Bedeutung hat. Es ist das erste Zeichen, das in diesem Evangelium auftaucht und es lässt die tiefere Dimension des gesamten Evangeliums aufblitzen.
Die Hochzeit zu Kana wird als ein Bild für die Verbindung von Gott und seinem Volk im Alten Testament betrachtet. In Jesus verbindet sich Gott mit den Menschen, und in ihm wird sowohl das Menschliche als auch das Göttliche sichtbar. Der dritte Tag, an dem die Hochzeit stattfindet, wird auch als Hinweis auf Ostern gesehen.